Bei Porno-Clipseiten denken viele wohl an die bekannte Videoplattform YouPorn. Auf der beliebten Sex Tube Seite können Pornos kostenlos angeschaut werden.

Mittlerweile gibt es aber immer mehr Clipseiten, deren Angebote kostenpflichtig sind. Die Uploader sind dabei häufig Pornostars und Amateurdarsteller, die mit ihren online gestellten Exklusiv-Videos Geld verdienen.

Warum boomt das Geschäft mit den Bezahl-Clips und wieso ist es für Performer und Konsumenten überhaupt attraktiv?

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Eigenschaften von Pay-Clipseiten

Auf Pay-Clipseiten können Amateurfilmer und etablierte Erotik-Stars ihre Pornovideos verkaufen. Die Plattformen selbst erhalten dabei Provisionen auf verkaufte Clips.

Die Content-Ersteller haben meist die zusätzliche Option, neben ihren Videos auch Bilder, Privatchats, personalisierte Filme und mehr anzubieten.

Das Bezahlmodell der Clipseiten funktioniert bei allen Portalen ähnlich. Der Nutzer scrollt sich durch die Porno-Datenbanken und wählt seine Lieblingsclips aus, die er sich gegen Bezahlung freischalten kann.

Es gibt auch Abo-Modelle, so bietet beispielsweise Manyvids.com 3-, 6- und 12-monatige Mitgliedschaftslaufzeiten an. Mit diesen kann man für den entsprechenden Zeitraum auf sämtliche Videos eines Pornostars zugreifen und wird sozusagen „Mitglied“ auf dessen persönlicher Seite im Manyvids-Portal.

Zudem können Nutzer ihren persönlichen Clip bestellen, beispielsweise bei iwantcustomclips.com. Dabei kontaktieren sie ihren favorisierten Darsteller und geben in einem Formular die Länge, Videoqualität, Filmkategorie und Inhaltsbeschreibung sowie das gewünschte Lieferungsdatum für das Video an. Gegen Aufpreis lässt sich auch vorgeben, dass das Videomodel den Namen des Nutzers im Clip nennt.

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Unabhängiges Businessmodell für Pornostars

Für die Pornodarsteller entsteht mit den Clipseiten ein lukratives Geschäftsmodell, bei dem sie ihr eigener Chef werden.

In Eigenregie können private (Amateur-)Videos produziert und selbstständig auf den Clip-Plattformen hochgeladen werden. Die Zusammenarbeit mit Porno-Produktionsstudios wird dadurch überflüssig.

Durch Bonussysteme, Contests, Marketing- und PR-Kampagnen, 24/7-Support und weitere Angebote sind die Clip-Seiten der ideale Partner für das selbstständige Unternehmertum der Porno-Performer.

Manyvids Stars Demi Sutra, Reya Sunshie und Evelin Stone
Manyvids Stars Demi Sutra, Reya Sunshie und Evelin Stone

Auf den Plattformen sind die Pornostars aber auch selbst gefragt, um ihre Verkaufsstrategien zu optimieren. Durch die regelmäßige Analyse ihrer Verkaufszahlen können sie herausfinden, für welche Art von Clips besonders hohe Nachfrage bei den Fans herrscht und die Produktion weiterer Filme entsprechend ausrichten.

Zudem ermöglicht die Kommunikation mit den Nutzern, zum Beispiel in Form von Likes oder anderen Feedbackmöglichkeiten, die Anpassung und Optimierung des Contents.

Die Austauschmöglichkeiten mit den Fans auf den Bezahl-Plattformen können generell dafür genutzt werden, um Stammkunden zu gewinnen und zu halten. Mit aktuellen Special-Clips, Rabattgutscheinen, Umfragen, Feedback-Runden u. v. m. kann die Beziehung zu den Nutzern gepflegt und vertieft werden.

Sind Pornokonsumenten bereit, für Clips zu bezahlen?

Es stellt sich angesichts des großen Angebots an kostenlosen Sexseiten im Internet die Frage, ob Pornokonsumenten überhaupt bereit sind, für Clips ihrer Lieblingsdarsteller Geld auszugeben.

Wie in vielen Fan-Star-Beziehungen gibt es auch im Pornobereich Fans, die ihren Stars besonders nah sein möchten.

Auf kostenlosen Plattformen ist der Lieblingsdarsteller nur einer unter vielen und in den meisten Fällen sind nur ein paar seiner Clips zu finden – eben meist jene, die anonyme Nutzer wahllos hochgeladen haben.

Auf den kostenpflichtigen Portalen haben Pornofans dagegen die Sicherheit, über neue Videos oder sonstige News ihres Stars sofort informiert zu werden. Viele Landingpages auf den Bezahl-Clipseiten erinnern an einen persönlichen Videoblog oder wie im Falle von onlyfans.com an ein Social-Media-Profil. Wer dieses abonniert, erhält persönliche Einblicke in das Leben seines Stars und verpasst nichts mehr.

Fuer-Porno-Clips-bezahlen

Ein anderer Aspekt des Fan-Seins ist die Unterstützung seines Lieblingsdarstellers. Kauft man seine Clips, wird der Star direkt finanziell unterstützt. Bei kostenlosen Pornoseiten verdienen dagegen meist nur die Portale selbst, etwa durch Werbebanner.

Umgekehrt dürfen Fans auf besonders guten Content hoffen, wenn sie dafür bezahlen. Die Motivation der Darsteller, hochwertige Videos und Inhalte zu produzieren, dürfte durch die direkten Einnahmen steigen.

Das Bezahlmodell hat zudem einen luxuriösen Touch, der elitären Kundenkreisen gefallen könnte: Nur wer zahlt, kommt in den Genuss exklusiver, persönlicher Filme eines Pornodarstellers – alle anderen müssen sich mit den schon 1000-fach verbreiteten Clips auf den kostenlosen Portalen zufrieden geben.

Auch Fetischliebhaber dürften zahlfreudige Kunden auf den Plattformen sein. Wer besondere sexuelle Wünsche und Vorlieben hat, die nur in exklusiven, kostenpflichtigen Clips aufgegriffen werden, ist auch bereit für diese zu zahlen.

Durch Kontaktmöglichkeiten zu den Stars und die Kaufoption von personalisierten Clips, steigt die Chance, dass die Darsteller diese speziellen Fetischwünsche in ihre Videos aufnehmen.

Großer Player Pornhub mischt im Clip-Business mit

Neben Clips4sale.com, iWantClips.com, Kinkbomb.com, Manyvids.com und den vielen anderen kostenpflichtigen Clipseiten mischt nun auch Pornhub, einer der größten Anbieter für kostenlose Pornos, mit seinem eigenen Pay-Portal Modelhub.com im Markt mit.

Pornhub verfügt schon jetzt über 50.000 Performer, die ihre Inhalte fortan auf Modelhub monetarisieren werden.

Startseite von Modelhub.com

Für Pornodarsteller sind die millionen Besucher, die von Pornhub auf Modelhub weitergeleitet werden, ein besonderer Anreiz für ihren selbstständigen Porno-Verkauf. Auf den meisten anderen Portalen müssen sie selbst für Traffic und Marketing sorgen – bei Modelhub wird sich quasi der bereits enorm vorhandene Traffic von Pornhub zu Nutze gemacht.

Die Schaffung von Sichtbarkeit dürfte viele Performer von Modelhub überzeugen, schließlich ist Traffic auf riesigen Clip-Plattform mit unzähligen Konkurrenz-Videos stets heiß umkämpft.

Pornhub kündigte zudem an, den Service für seine Darsteller zu optimieren und verschiedenste Merchandise- und Verkaufs-Modelle wie Abos und Custom Clips zu ermöglichen.

Diese Entwicklung Richtung zentrales Vollservice-Portal könnte vielen Pornostars die Arbeit erleichtern. Mussten sie seither exklusive Videos über eine Pay-Clipseite und Fanartikel wie Kalender u. ä. getrennt über andere Verkaufsplattformen vertreiben, so soll fortan alles über Modelhub abgewickelt werden können.

Es bleibt abzuwarten, mit welchen Ideen die Wettbewerber auf das Vordringen des Marktgiganten Pornhub reagieren.

Clipseiten-Trend auch in Deutschland

Auch hierzulande erfreuen sich die Pay-Clipseiten zunehmender Beliebtheit. Mit MyDirtyHobby, Big7, Amateurcommunity oder PornMe gibt es bereits seit längerem deutsche Plattformen, auf denen zahlreiche Amateure aber auch bekannte Webcam-Stars ihre Videos kostenpflichtig anbieten.

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Die deutschen Portale haben starken Social-Media-Charakter und setzen den Fokus auf die Interaktion zwischen Nutzer und Performer: Kostenpflichtige Chats und Webcam-Sessions sind hier neben Clips und Bildern die Hauptangebote der Darsteller.

Während bei den englischsprachigen Clipseiten der Verkauf der Videos im Mittelpunkt steht, wirken die Clips auf den deutschen Seiten eher wie zusätzliche Angebote oder Teaser, die Lust auf mehr Kontakt mit dem jeweiligen Performer per Chat oder vor der Kamera machen sollen.

Auch bei den großen internationalen Playern mischen deutsche Amateure und Pornodarsteller mit. Tamara Milano, Jackylafey und DirtyTina sind bereits bei ManyVids.com und anderen Plattformen aktiv.

Jackylafey-auf-Manyvids

Wenn die Beliebtheit der Pay-Clipportale weiter steigt, werden natürlich auch weitere deutsche und internationale Porno-Darsteller in Zukunft Profile auf den Pay-Clipportalen errichten und ihre Inhalte selbstständig monetarisieren.

Für einen fortlaufenden Trend müssten die Portale weiter an ihrer Usability feilen und sich Strategien überlegen, wie sie die millionen Pornokonsumenten, die bislang von einem großen Angebot an kostenlosen Portalen verwöhnt sind, stärker von ihrem Bezahlmodell überzeugen können.