Pornhub ergreift weitere Massnahmen gegen illegale Inhalte

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Um die Sicherheit auf der eigenen Plattform zu erhöhen und illegale Praktiken zu verhindern, hat Pornhub vor kurzem neue Richtlinien veröffentlicht. Ab sofort können nur noch verifizierte User Inhalte hochladen. Das Downloaden ist gar nicht mehr möglich.

Zum Schutz vor illegalen Inhalten: Pornhub veröffentlicht neue Richtlinien

Pornhub kündigte es bereits vor längerer Zeit an, am 2. Februar kam es dann endlich zur Umsetzung: Neue Community-Richtlinien zur Verhinderung illegaler Praktiken auf der eigenen Plattform wurden veröffentlicht.

Die neuen Standards gelten für alle Pornoseiten des Konzerns MindGeek, zu dem auch Pornhub gehört. Sie dienen in erster Linie dazu, den Upload von nicht-einvernehmlich hergestellten Inhalten sowie Videos, die Kinderpornografie oder Vergewaltigung zeigen, zu verhindern.

Die Bemühungen von Pornhub, Usern und Content-Creatorn mehr Schutz und Sicherheit zu gewährleisten, sind Teil eines langen Prozesses, der nun schlussendlich in neuen Richtlinien mündet. „Als wir 2008 bei Pornhub angefangen haben, war es unser Ziel, die inklusivste Community im Internet zu sein. Die Seite war dafür gemacht, die Freiheit des Ausdrucks zu feiern, Privatsphäre wertzuschätzen und Menschen in all ihren Lebenswegen zu bestärken. Wir wussten, dass das nur möglich ist, wenn wir unseren Usern Schutz und Sicherheit gewährleisten“, sagten Feras Antoon, CEO von MindGeek, und David Tassillo, COO von MindGeek.

Und weiter: „Über viele Jahre haben wir unsere Hingabe für den Kampf gegen illegale Online-Inhalte gezeigt: Wir haben online die bestmöglichen Schutz- und Sicherheits-Strategien erschaffen und implementiert, haben plattformübergreifend die Standards für Tech- und Social-Media-Portale gesetzt.“

Damit die in den Richtlinien formulierten Grundsätze für mehr Sicherheit und Schutz auch tatsächlich vollumfänglich umgesetzt werden können, arbeitet Pornhub mit Kaplan Hecker & Fink LLP zusammen. Das Rechtsunternehmen aus New York kümmert sich bereits seit April 2020 um eine unabhängige Überwachung der Moderations-Aktivitäten und anderer Prozesse zum Schutz vor illegalen Praktiken auf der Plattform.

Kaplan Hecker & Fink LLP sagte über die Zusammenarbeit: „Das Ziel einer fortlaufenden unabhängigen Review ist es, Maßnahmen zu erkennen, die MindGeek ergreifen kann, um ein Content-Compliance-Programm umzusetzen, dass Standards für die Technologie-Industrie setzt.“

Pornhub entfernt Millionen nicht-verifizierter Videos

Upload-Verifizierung erforderlich, kein Downloaden mehr möglich

Welche konkreten Änderungen beinhalten die neuen Community-Richtlinien?

Ein zentraler Aspekt betrifft den Upload. So ist es ab sofort nur noch verifizierten Usern möglich, Inhalte bei Pornhub hochzuladen. Das gilt für Studio-Content-Partner und Mitglieder des hauseigenen Model-Programms. Letztgenannte müssen sich über ein digitales Verifizierungssystem als zusätzliche Schutzmaßnahme sogar ein zweites Mal verifizieren, damit der Upload möglich ist.

Die Möglichkeit, Bilder oder Videos herunterzuladen und auf diese im Offline-Betrieb zuzugreifen, hat Pornhub komplett entfernt. Einzig kostenpflichtige Downloads von verifizierten Pornodarstellern des Model-Programms, die sich damit einverstanden erklären, dass ihre Inhalte gedownloadet werden können, gibt es weiterhin. Diese Änderung soll verhindern, dass Content, der aus bestimmten Gründen bereits von der Plattform gelöscht wurde, wieder hochgeladen wird.

Pornhub am Pranger: Enthält die Seite illegale Inhalte?

Mehr Überwachung durch erhöhte Moderation

Darüber hinaus hat Pornhub Maßnahmen für eine stärkere Überwachung der Seite ergriffen. Neben der unabhängigen Review durch Kaplan Hecker & Fink LLP wurde ein Team aus menschlichen Moderatoren zusammengestellt, das Pornhub mit Hilfe moderner Technologien wie einer Finger-Abdruck-Software nach illegalen Inhalten durchsucht. Die Moderatoren durchlaufen regelmäßig Fortbildungen, bei denen sie darin geschult werden, nicht legale Videos und Bilder zu erkennen

Ebenso wurde im Zuge der Erhöhung der Moderations-Aktivitäten eine Keyword-Liste von verbotenen Begriffen wie „rape“ (Vergewaltigung) oder „abuse“ (Missbrauch) erstellt. Entsprechende Sucheingeben führen zu keinem Ergebnis, da sie gegen die Community-Richtlinien verstoßen. Die Keyword-Liste wird von Pornhub regelmäßig erweitert und um neue Keywords, die einen Verstoß gegen die Richtlinien darstellen, ergänzt.

Aber nicht nur die Moderatoren haben die Möglichkeit, zur Entfernung von missbräuchlichem oder illegalem Content beizutragen. Über das „Content Removal Request Form“ kann jeder User Pornhub über Bilder oder Videos, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen, in Kenntnis setzen und die Löschung beantragen.

Keine Websperren von Pornoseiten: Provider stellen sich quer

Zusammenarbeit mit NGOs

Das Moderations-Team von Pornhub ist aber nicht auf sich allein gestellt. Denn im Rahmen des sogenannten Trusted Flagger Programs erhält es Unterstützung von mehr als 40 NGOs (Nichtregierungsorganisationen), die sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Sie gelten als Trusted Flagger, weshalb jedes Pornhub-Video, dass von ihnen als missbräuchlich oder illegal identifiziert wird, umgehend gelöscht wird. Zu den NGOs gehören Organisationen aus der ganzen Welt, sogar eine aus Deutschland.

Außerdem arbeitet Pornhub mit dem National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) zusammen, das explizit bei der Identifizierung von Inhalten, die Kindesmissbrauch zeigen, helfen soll. Bereits Anfang 2021 soll die Organisation im Zuge des Gebots der Transparenz die genau Zahl der bisher auf Pornhub identifizierten Videos und Bilder offenlegen, auf denen jene illegale Praktik zu sehen ist.

Gleichermaßen verpflichtet sich Pornhub dazu, mit den Befunden des Moderations-Teams transparent umzugehen. So möchte man demnächst einen umfassenden Transparenz-Report für 2020 mit der Gesamtzahl der in jenem Jahr identifizierten illegalen Inhalte veröffentlichen.

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