Pornhub entfernt Millionen nicht-verifizierter Videos

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Aufgrund eines Artikels der New York Times über illegale Inhalte auf Pornhub beendeten vor kurzem mehrere Kreditkartenfirmen die Zusammenarbeit mit der Pornoseite – wir haben darüber berichtet. Als Reaktion auf die Vorwürfe nahm die Pornoseite eine Änderung der eigenen Upload-Richtlinien vor. Nun geht man noch einen Schritt weiter und entfernt alle nicht-verifizierten Videos von der Plattform.

Upload auf Pornhub nur noch mit Verifizierung möglich

Vor kurzem erschien in der amerikanischen Zeitung „New York Times“ ein Artikel, der Pornhub mit schweren Anschuldigungen konfrontierte. Man warf dem führenden Anbieter für Internet-Pornografie vor, illegale Inhalte zu erlauben. Konkret: Videos, die Kindesmissbrauch oder Vergewaltigungen zeigen.

Die Vorwürfe führten dazu, dass die großen Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa nach Prüfung die Zusammenarbeit mit Pornhub umgehend beendeten.

Pornhub wiederum änderte die Upload-Richtlinien. Im Zuge dessen sah man sich unter anderem zu einer Vergrößerung des Moderatoren-Teams und einer Verschärfung der Upload-Beschränkungen gezwungen. So können ab sofort nur noch Content-Partner und Mitglieder des Model-Programms Inhalte auf der Plattform für Erwachsene hochladen.

Nun geht Pornhub sogar noch einen Schritt weiter: Nicht nur, dass der Upload nur noch für verifizierte User möglich ist, es werden zudem alle bereits hochgeladenen Videos entfernt, die nicht verifiziert sind. Von der Säuberungsaktion sind mehrere Millionen Videos betroffen.

In einer Stellungnahme des Unternehmens heißt es: „Bei Pornhub gehört die Sicherheit unserer Community die höchste Priorität. Vergangene Woche haben wir die umfassendsten Sicherheits-Standards in der Geschichte von Upload-Plattformen, auf denen jeder User Inhalte hochladen kann, erlassen. Wir haben es nicht-verifizierten Uploadern verboten, neue Inhalte zu veröffentlichen, haben die Download-Funktion abgeschafft und haben eine Zusammenarbeit mit vielen Non-Profit-Organisationen gestartet.“ Und weiter: „Als Teil unserer Politik nicht-verifizierte Uploader auszuschließen, haben wir nun ebenfalls alle bereits hochgeladenen Inhalte, die nicht von Content-Partnern oder Mitgliedern des Model-Programm erstellt wurden, entfernt.“

Es ist davon auszugehen, dass sich Pornhub von den getroffenen Maßnahmen erhofft, das öffentliche Bild zumindest in Teilen wieder gerade zu rücken. Schließlich ist die Meinung über Pornoseiten ohnehin seit jeher von Vorurteilen geprägt. Da braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie sehr die Reputation von Pornhub unter den Vorwürfen der „New York Times“ gelitten hat.

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Nur 118 gemeldete Videos in den vergangenen drei Jahren

Pornhub fordert in ihrer Stellungnahme andere Plattformen wie Twitter, Instagram, Facebook oder YouTube dazu auf – oder legt es diesen zumindest nahe -, Uploads ebenfalls an eine Verifizierung zu koppeln und alle nicht-verifizierten Inhalte zu löschen.

Außerdem verteidigt sich das Unternehmen gegen die Anschuldigungen. So sei man in der Vergangenheit keinesfalls so nachlässig mit illegalen Inhalten umgegangen, wie es in der „New York Times“ zu lesen ist. Diesbezüglich wird ein Vergleich zur Social-Media-Plattform Facebook angestellt, die in den vergangenen drei Jahren insgesamt 84 Millionen Fälle von Material, das Kindesmissbrauch zeigt, gemeldet habe.

Demgegenüber habe das unabhängige Unternehmen „Internet Watch Foundation“ auf Pornhub im gleichen Zeitraum „nur“ 118 ähnliche Fälle von illegalem Material finden können. Trotzdem sei man sich darüber bewusst, dass das immer noch 118 Fälle zu viel seien, weshalb man bereits alle nötigen Maßnahmen eingeleitet habe.

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Im Kreuzfeuer zweier Unternehmen

Im Weiteren beklagt Pornhub, man würde nicht wegen einzelner Entscheidungen oder der strategischen Ausrichtung in der Kritik stehen, sondern weil man eine Porno-Plattform sei. Das Unternehmen richtet sich mit diesem Vorwurf insbesondere an zwei Organisationen: „National Center on Sexual Exploitation “ und „Exodus Cry“ bzw. „TraffickingHub“.

Beide Gruppen hätten es sich zum Ziel gesetzt, Pornografie grundsätzlich abzuschaffen, schlüpfriges Material aus dem Internet zu entfernen und gewerbliche Sexarbeit zu verbieten. Laut Pornhub seien die Strömungen hier die gleichen wie die, die 50 Jahre lang den Playboy, die finanzielle Ausstattung für die Künste, sexuelle Aufklärung, LGBTQ-Rechte, Frauenrechte und sogar die „American Library Association“ verteufelt haben.

Pornhub hoffe nun, dass man mit den getroffenen Maßnahmen im Kampf gegen illegale Inhalte als gutes Beispiel für andere Adult-Plattformen voran gehen könne – und die Vorverurteilungen endlich aufhören.

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