Neues Material könnte Sexpuppen noch realistischer machen

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Forschern der amerikanischen Rice University ist es gelungen, mit einem 3D-Drucker ein neues ultra-elastisches Material herzustellen, das bei kleinsten Berührungen nachgibt. Auch der Sexpuppen-Markt könnte davon künftig profitieren.

Forscher entwickeln neue Druckmethode für noch lebensechtere Sexpuppen

Je lebensechter eine Sexpuppe ist, desto besser kommt diese bei der potentiellen Käuferschaft an. So sind beispielsweise die Dolls, die den bekannten deutschen Amateurpornodarstellerinnen Lena Nitro und Sandra Sturm nachempfunden sind, kaum von ihren realen Vorbildern zu unterscheiden.

Der US-amerikanische Forscher Rafael Verduzco und sein Student Morgan Barnes vom Fachbereich für Soft-Robotik der Rice University in Texas haben jetzt eine Methode entwickelt, mit einem 3D-Drucker ein neues extrem berührungssensitives Material herzustellen, das Sexpuppen noch realistischer machen könnte. Das Material ist ultra-elastisch und wechselt die Form, wenn es Temperaturveränderungen oder Elektrizität ausgesetzt ist.

Aber in welcher Weise könnten aus diesem Material hergestellte Sexpuppen noch lebensechter wirken? Bei Realdolls sind Material-Eigenschaften wie Elastizität, Weichheit und Formbarkeit sehr wichtig, damit sie nicht nur wie ein echter Mensch aussehen, sondern auch in der Anwendung kaum von einem echten Menschen zu unterscheiden sind. Denn: Sexpuppen, das sagt schon der Name, werden in der Regel zum Sexualverkehr verwendet – meist als Ersatz für einen realen Sexpartner.

Obwohl es nicht die ursprüngliche Intention der beiden Forscher war, mit der neuen Druckmethode den Sexpuppen-Markt zu revolutionieren, könnte das ein interessanter Nebeneffekt sein. Noch natürlicher aussehende Sexpuppen, deren Material bei Berührungen wie die Haut von echten Menschen nachgibt, wäre schließlich die nächste Stufe bei der Herstellung von Dolls. Und wie hoch die generelle Nachfrage nach Realdolls ist, zeigen etwa die vielen Sexpuppen-Bordelle in ganz Europa, zum Beispiel in Barcelona oder hierzulande in Speyer. Oder auch die Umfrage der Erotikcommunity Joyclub aus dem Jahr 2019, in der mehr als die Hälfte der Befragten sagen, dass für sie eine intime Beziehung mit einer Sexpuppe vorstellbar ist.

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Massenmarkttauglichkeit erst in einigen Jahren

Und wann ist das neue Material massenmarkttauglich? Schwer einzuschätzen. Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass es erst in einigen Jahre so weit sein wird. Denn zuvor sind noch viele Verbesserungen notwendig. Barnes erklärt: „In unserer künftigen Arbeit werden wir die Druckformel weiter verbessern und Gerüst-gestützte Drucktechniken verwenden, um Stellantriebe zu entwickeln, die den Übergang zwischen zwei verschiedenen Formstrukturen ermöglichen.“

Wenn der Wissenschaftler von Formstrukturen spricht, bezieht er sich damit auf zwei Formen von Molekülen, aus denen das neue Material besteht. Diese Moleküle sind ursächlich für die Elastizität des Materials – die Eigenschaft, von der Sexpuppen in puncto Lebensechtheit am meisten profitieren würden. Bleibt also zu hoffen, dass es entgegen der Einschätzungen nicht mehr allzu lange dauert, bis das neue Material dem Massenmarkt zur Verfügung steht und es für die Herstellung von Realdolls verwendet werden kann.