OnlyFans: Abo-Seite verzichtet auf Porno-Verbot

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Ursprünglich wollte OnlyFans ab Herbst jegliche Form pornografischer Inhalte von der eigenen Plattform verbannen. Per Twitter gab die Abo-Seite nun jedoch den Rückzug des Porno-Banns bekannt.

OnlyFans erlaubt Pornos weiterhin

Nun also doch nicht!

Wie die beliebte Abo-Seite OnlyFans, die vor allem für schlüpfrige Ü18-Inhalte bekannt ist, am Mittwoch auf Twitter bekanntgab, wird Pornografie auch weiterhin auf der eigenen Plattform erlaubt sein.

Als Begründung heißt es, dass man die vorhandene Diversität der Creator*innen nicht gefährden wolle und deshalb von der für den 1. Oktober 2021 geplanten Änderung der Nutzungsrichtlinien, die einen Porno-Bann beinhaltet hätte, Abstand nehmen werde.

Ein plötzlicher und ziemlich überraschender Rückzieher von den ursprünglichen Plänen. Denn die Ankündigung, dass man erotische Bilder und Videos nicht mehr erlauben wird, machte OnlyFans erst wenige Tage zuvor. Die Betreiber bezeichneten diesen Schritt auf Twitter eigentlich als notwendig, um auch weiterhin die Unterstützung von Banken und Zahlungsdienstleistern zu erhalten.

Hintergrund: Kreditkarten-Unternehmen haben jüngst Änderungen der „Bedingungen zu nicht jugendfreien Inhalten” vorgenommen und zeigen sich in diesen wenig tolerant gegenüber Sexarbeit. Beispielsweise verweigerten Mastercard und Visa bereits im vergangenen Jahr der beliebten Pornoseite Pornhub die weitere Zusammenarbeit.

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Banken lenken ein

In Anbetracht dessen ist die Verwunderung groß, dass sich OnlyFans nun doch dazu entschlossen hat, Pornos weiterhin zu erlauben. Schließlich sollte man meinen, dass die Plattform deshalb die Unterstützung der wichtigsten Zahlungsservices verlieren könnte. Also was sind die Beweggründe für den Rückzieher?

Scheinbar haben die Partner aus dem Bankensektor überraschenderweise eingelenkt und ihre Haltung in Bezug auf Pornografie überdacht.

Die Mitteilung von OnlyFans dazu lautet: „Wir haben die notwendigen Zusicherungen bekommen, um unsere vielfältige Gemeinschaft von Urhebern aufrechtzuerhalten.”

Eine plötzliche Wendung, mit der wohl nicht einmal OnlyFans-Geschäftsführer Tim Stokely gerechnet hat. Gegenüber der „Financial Times” klagte dieser nämlich noch tags zuvor, dass man von den Banken regelrecht dazu gedrängt worden sei, Sexarbeit nicht mehr auf der eigenen Plattform zuzulassen. Ansonsten sei die Partnerschaft augenblicklich vorbei.

Medienwächter nehmen OnlyFans & Co. ins Visier

OnlyFans will weitere Informationen verschicken

Laut eigenen Angaben beläuft sich bei OnlyFans die Zahl der Abonnenten auf etwa 130 Millionen. Hinzukommen rund 2 Millionen aktive Nutzer*innen, die Inhalte bereitstellen.

Daher hätte ein Sexarbeits-Verbot für die Seite drastische Folgen gehabt. Denn es ist kein Geheimnis, dass ein Großteil der Creator*innen pornografische Bilder und Videos hochlädt und diese für eine individuell festgelegte Abo-Gebühr anbietet.

Neben Sexarbeiter*innen bieten bei OnlyFans vereinzelt auch Schauspieler*innen, Musiker*innen und Influencer*innen kostenpflichtige Inhalte an.

Der große Vorteil von OnlyFans gegenüber werbefinanzierten Plattformen ist dabei, dass Creator*innen 80 Prozent ihrer Einnahmen behalten dürfen, nur 20 Prozent behält OnlyFans ein. Außerdem können sie ihre gesamten Inhalte selbstständig vermarkten.

Wäre es tatsächlich zu einem Porno-Bann gekommen, hätten viele OnlyFans-Nutzer*innen, für die die Plattform die Haupteinnahmequelle ist, ihre Lebensgrundlage verloren. Kein Wunder also, dass entsprechende Beschwerden unmittelbar nach Bekanntwerden des ursprünglich geplanten Verbots pornografischer Inhalte laut wurden.

Die Erleichterung dürfte demnach bei vielen groß sein, dass OnlyFans Sexarbeit auch ab dem 1. Oktober 2021 erlaubt.

Wie es nun aber genau weitergehen soll, wird OnlyFans den eigenen Nutzer*innen noch mitteilen. Auf Twitter schreibt man, dass man entsprechende Informationen demnächst verschicken will.

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