Google streicht Sugardating-Apps aus Android Play Store

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Drastischer Einschnitt im Android Play Store! Demnächst dürfen dort keine Sugardating-Apps, die Sex gegen Bezahlung vermitteln, mehr angeboten werden. Google plant dies per Update in den Content-Richtlinien zu verankern.

Google kündigt Play-Store-Update mit Anti-Sugardating-Richtlinie an

Mit Sugardating per App ist bald Schluss – zumindest für Nutzer*innen von Geräten mit Googles Android-Betriebssystem. Dies geht aus einer Mitteilung des Unternehmens über ein für den 1. September 2021 geplantes Update der Content-Richtlinien hervor, das eine neue Regelung bezüglich Angeboten enthält, bei denen es im weitesten Sinne um Sex gegen Bezahlung geht.

Aber um welche Änderung handelt es sich dabei konkret?

Zunächst ein Blick auf die aktuellen Richtlinien. In diesen heißt es im Abschnitt „Unangemessene Inhalte”, dass Apps verboten sind, „in denen sexuelle Unterhaltung, Begleitservices oder andere Dienste beworben werden, die als Angebot sexueller Handlungen im Austausch gegen Bezahlung angesehen werden können”.

Wie man sieht, sind Apps, die einer Form von Dating dienen, bei der käuflicher Sex eine Rolle spielt, streng genommen schon jetzt nicht erlaubt. Allerdings besteht ein gewisser Spielraum für Interpretationen, da an keiner Stelle explizit von „Sugardating” die Rede ist.

Durch das Update soll diese Richtlinie daher nun um einen Zusatz erweitert werden, der Sex gegen Bezahlung, „einschließlich, aber nicht beschränkt auf Enjokōsai oder andere sexuelle Vereinbarungen, bei denen von einer der Parteien erwartet wird, dass sie der anderen Partei Geld, Geschenke oder finanzielle Unterstützung zukommen lässt (‚Sugardating’)” wortwörtlich untersagt.

Google veröffentlicht Statement

Nachdem das geplante Update der Content-Richtlinien durch die Berichte verschiedener Tech-Blogs wie „The Verge” publik wurde, hat Google in einem Statement Stellung bezogen.

„Wir haben unsere Richtlinien für unangemessene Inhalte als Reaktion auf das Feedback, das wir von NGOs, regierungsnahen Gruppen und anderen Interessensgruppen, denen die Nutzer*innen-Sicherheit wichtig ist, bearbeitet, um Apps zu verbieten, die sexuelle Handlungen im Austausch gegen Bezahlung ermöglichen. Das verbindet unsere Grundsätze mit anderen Google-Grundsätzen und Industrie-Normen”, heißt es dort.

Mike Stabile, Journalist und Sprecher der NPO „Free Speech Coalition”, die sich für die Belange des US-amerikanischen Porno-Business in der Öffentlichkeit einsetzt, kritisiert das Verbot von Sugardating-Apps im Android Play Store durch Google und deren Statement scharf.

Auf Twitter fragt er zynisch nach: „Wer sind denn diese anonymen ‚Interessengruppen’, mit denen ihr angeblich zusammengearbeitet habt, Google? Um welche ‚Sicherheit’ wart ihr besorgt?”

Der Tech-Blog „The Verge” wiederum merkt an: „Googles Ankündigung sagt nicht explizit, warum die Apps nun verboten sind.”

Gut möglich, dass genau das der Grund ist, warum das Verbot von Sugardating-Apps Stabile und weitere Kritiker auf den Plan gerufen hat. Bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen darauf in naher Zukunft in einem weiteren Statement reagiert und doch noch eine Begründung für das Sugardating-App-Verbot liefert.

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