Raspberry Dream Labs prophezeit Cybersex-Boom nach Corona

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VR Erotik und Cybersex

Gerade in Zeiten des coronabedingten Social-Distancing wird Cybersex, bei dem sexuelle Bedürfnisse virtuell mithilfe von innovativer Technik ausgelebt werden können, immer beliebter. Die Sex-Tech-Firma Raspberry Dream Labs ist sich jedoch sicher, dass diese moderne Form der erotischen Entfaltung noch lange nicht auf seinem Höhepunkt angelangt ist und es nach der Pandemie einen regelrechten Cybersex-Boom geben wird.

Raspberry Dream Labs: Cybersex wird nach Corona noch deutlich populärer

Die Verbindung von Technik und Sex, auch Sex-Tech genannt: Diese moderne Errungenschaft des Erotikbusiness, die den Grundstein für Cybersex (virtueller Sex übers Internet) gelegt hat, erlebte in den vergangenen Jahren einen regelrechten Siegeszug. Insbesondere aktuell, wo das Ausleben der eigenen sexuellen Bedürfnisse aufgrund des coronabedingten Social-Distancing vor allem für Singles kaum möglich ist, ist Cybersex gefragter denn je.

Doch ist die Entwicklung in diesem Bereich schon am Ende? Wie sieht es für die Zeit nach der Pandemie aus, sobald sich die Menschen wieder persönlich Treffen dürfen?

Anders, als man vielleicht im ersten Moment denken könnte – zumindest laut der Sex-Tech-Firma Raspberry Dream Labs. Angelina Aleksandrovich, Gründerin und Kreativdirektorin des Londoner Startups, prophezeit, dass das Ende von Corona widererwartend nicht zu einem Rückgang des Interesses an Cybersex führen wird, sondern uns ein Cybersex-Boom bevorsteht.

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„Die Zeit ist reif dafür“, erzählt sie im Interview mit Businessinsider.com. Dahinter steckt die Vermutung, dass durch die massiven Kontakt-Beschränkungen während der Pandemie eine Art Entwöhnung an reale Zwischenmenschlichkeit und Intimität stattgefunden hat. Infolgedessen könnten viele Menschen zu nervös sein, neue Sexualpartner in der Realität zu treffen. Cybersex, bei dem Intimität nur virtuell und über große räumliche Distanz praktiziert wird, könnte deshalb als deutlich angenehmer empfunden werden.

Raspberry Dream Labs entwickelt eigenes VR-Cybersex-Gerät

Virtuelle Intimität bedeutet für viele dann ja vielleicht Cybersex mit einem Device und einer Software von Raspberry Dream Labs. Denn das Sex-Tech-Startup ist bereits mit der Entwicklung eines VR-Cybersex-Geräts inklusive Software beschäftigt. Dieses soll den Nutzern selbst bei räumlicher Trennung die sexuelle Interaktion miteinander ermöglichen – und zwar übers Internet.

Hinzu kommt, dass das Virtual-Reality-Gerät, das sich aktuell noch auf dem Status eines Prototyps befindet, wohl deutlich fortschrittlicher ist als viele Konkurrenzprodukte. So soll es die Nutzer nicht nur räumlich in eine täuschend echte virtuelle Realität versetzen, sondern auch Geräusche und Gerüche immersiv nachbilden. Zusätzlich sollen haptische Impulse wiedergegeben werden, sodass die Nutzer virtuelle Berührungen nicht von echten Berührungen unterscheiden können.

Raspberry Dream Labs veranstaltete kürzlich erst ein einwöchiges Online-Event zu Sexualität, Identität, Geschlecht, Körper, Technologie und Zukunftsorientierung. Laut Aleksandrovich diente die Veranstaltung dazu, dass Entwickler und Befürworter von Sex-Tech Interessierte über diesen neuen und fortschrittlichen Bereich des Erotikbusiness informieren und Cybersex ein wenig entmystifiziert wird.

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Wegen Zensur: Raspberry Dream Labs startet eigene Plattform

Gegenüber Businessinsider.com erzählt Aleksandrovich, dass Raspberry Dream Labs bereits einige Internetseiten getestet hat, über die das eigene virtuelle Cybersex-Angebot hätte gehostet werden können. Dabei habe man von den meisten Seiten allerdings nur „extreme Unterdrückung“ und Zensur erfahren.

Deshalb entschloss sich die Firma kurzerhand dazu, unter dem Namen Raspberry Dream Land (abgekürzt: RD Land) eine eigene Hosting-Plattform zu starten.

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Aleksandrovich beschreibt Raspberry Dream Land folgendermaßen: „Zu dem, was die Zukunft für uns bereithält, gehören totale Unabhängigkeit von Unternehmen, die Zensur betreiben und die Freiheit des radikalen Ausdrucks unterdrücken, weshalb wir unsere eigene Social-WebXR-Plattform ins Leben gerufen haben – Raspberry Dream Land.“ Und weiter: „Hier können sich Leute in der virtuellen Realität treffen, auf Dates gehen, Veranstaltungen besuchen, die auf anderen Online-Plattformen zensiert wären, sich spielerisch ausleben und über große Entfernung wertvolle Verbindungen zueinander aufbauen.“

Im Klartext heißt das, dass Raspberry Dream Land den Nutzern die Gelegenheit bieten möchte, die eigenen sexuellen Wünsche und Bedürfnisse – sofern sie sich im legalen Rahmen befinden – frei auszuleben, ohne durch Eingriffe von außerhalb davon abgehalten zu werden.

Aleksandrovich hatte schon immer ein Faible für Sex und VR

Aleksandrovich erklärt gegenüber Businessinsider.com, dass sie Raspberry Dream Labs als eine Art Hybrid aus ihrer Ausbildung zur Künstlerin und ihrer Arbeit bei Kreativagenturen, bei der sie verschiedenen großen Marken VR-Erfahrungen vorstellte, ins Leben rief.

Angelina Aleksandrovich im Interview mit Reuters
Angelina Aleksandrovich im Interview mit Reuters

Dabei sei es ursprünglich nie ihr Plan gewesen, eine eigene Sex-Tech-Firma zu gründen. Stattdessen wollte sie nur neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit ein VR-Cybersex-Gerät entwickeln.

Allerdings entschied sich Aleksandrovich dann doch irgendwann dazu, ihrer Passion für Sex und Technik zu folgen – vor allem der für Sex. „Irgendwann haben ich von innen heraus den Antrieb nach einer besseren Karriere als aktuell gespürt. Ich habe mich nicht glücklich gefühlt, VR-Erfahrungen für Marken kreieren zu müssen, nur um meinen Lebensunterhalt verdienen zu können, obwohl diese mich eigentlich nicht interessiert haben“, verrät sie.

Für Sex interessiere sie sich hingegen bereits seit ihrer Kindheit. Leider habe sie diese Neugierde wegen des Mangels an frühkindlicher sexueller Aufklärung und dem Leben in der postsowjetischen Ost-Ukraine nur selten befriedigen können.

Als Aleksandrovich 2018 dann jedoch auf ihrem PC den Ordner von der Art-School, auf der sie ihr Studium absolviert hatte, durchging, wusste sie, dass sich an ihrem Leben etwas ändern müsste. Das war die Geburtsstunde von Raspberry Dream Labs.

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