Im Bikini auf Twitch: Wie Streamerinnen die Richtlinien umgehen

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Amouranth im Bikini auf Twitch

Heiß, heißer, Twitch: Auf der Streaming-Plattform geht's neuerdings fast genauso schlüpfrig zu wie auf so manch einer Camsex-Seite. In der sogenannten „Hot Tub Meta“ streamen immer mehr attraktive, nur mit einem Bikini bekleidete Frauen aus dem Planschbecken bei feuchtfröhlichen Wasserspielchen. Klassische Spiele-Streamer kritisieren diesen Trend scharf.

„Hot Tub“-Streams: Der neue, schlüpfrige Trend auf Twitch

Twitch ist ja eigentlich eine Plattform für Gaming. Heißt: Streamerinnen und Streamer spielen Videospiele, während ihnen tausende von Leuten dabei zuschauen und sie mit diesen über den Chat in Kontakt stehen.

Neuerdings macht sich auf der Plattform jedoch ein Trend breit, der so gar nichts mit Gaming zu tun hat. Und nein, damit sind keine Koch-Streams, Musik-Streams, Mal-Streams oder irgendeine der anderen Kategorien gemeint, die in jüngster Vergangenheit immer populärer geworden und Ausdruck der Vielfalt sind, die Twitch inzwischen zu bieten hat. Stattdessen geht es um die sogenannte „Hot Tub Meta“.

Hierbei handelt es sich um junge, attraktive Frauen, die im Bikini gekleidet aus dem in ihrem Gaming-Zimmer aufgestellten Plantschbecken streamen. Die Zuschauer, die – wie für Twitch üblich – in Form von Abonnements (Subs genannt) Geld spenden können, haben nun die Möglichkeit, sich auf diese Weise bestimmte Gegenleistungen zu erkaufen. Die Gegenleistung könnte beispielsweise darin bestehen, dass sich die Streamerin den Nutzernamen des Spenders auf die Stirn schreibt oder eine lustige Aktion in ihrem Plantschbecken vollführt. Je mehr Subs jemand verschenkt, also je höher eine Geldspende ist, desto „wertiger“ ist das, was die Streamerin dafür tut.

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„Hot Tub“-Streams nutzen Schlupfloch in den Richtlinien aus

Aber warum ist die „Hot Tub Meta“ auf Twitch überhaupt erlaubt? Eine berechtigte Frage. Schließlich ist Twitch für jedermann zugänglich, auch für Personen unter 18. Und es gibt keine Altersüberprüfung, sodass jeder Nutzer theoretisch jeden beliebigen Stream aufrufen kann.

Wie kann es also sein, dass Twitch nichts gegen Streams, in denen sich die Protagonistinnen derart freizügig präsentieren, unternimmt? Der Grund ist eine Änderung in den Community-Richtlinien aus dem Jahr 2019, durch die sich ein Schlupfloch aufgetan hat, das sich „Hot Tub“-Streamerinnen zunutze machen.

Amouranth Hot Tube Meta Twitch

So war es zuvor tatsächlich verboten, in Badebekleidung zu streamen, da sich der Content auf der Plattform auf Gaming konzentrieren sollte. Durch die Änderung gilt nun jedoch stattdessen nur, dass in dem Kontext entsprechender Bekleidung gestreamt werden muss. Das heißt im Umkehrschluss, dass sich auch solche Bikini-Streams innerhalb der Regeln bewegen, da man im Plantschbecken, Schwimmbad oder am Strand nun mal so gekleidet ist.

Twitch-Bikini-Trend sorgt für viel Kritik

„Hot Tub“-Streams sind also laut der Community-Richtlinien erlaubt oder befinden sich zumindest in einer Grauzone. Deshalb ist es für Twitch auch so schwierig, durch temporäre oder dauerhafte Sperren etwas dagegen zu unternehmen. Der Plattform sind gewissermaßen die Hände gebunden.

Kritik an der „Hot Tub Meta“ gibt es dennoch reichlich – unter anderem von anderen Twitch-Streamern. Jüngst rief die Kontroverse um die Plantschbecken-Streams sogar montanablack88 (bürgerlich Marcel Eris), mit 3,7 Millionen Followern Deutschlands größter Streamer, auf den Plan. Über die „Hot Tub“-Streams schrieb dieser bereits Anfang April auf Twitter: „Zeit, etwas dagegen zu machen Twitch.“

Twitch eröffnet eigene Kategorie für „Hot Tub“

Trotz des scheinbaren Regel-Schlupflochs fühlte sich Twitch vor kurzem, nachdem man sich lange bedeckt hielt, wegen der vermehrten Kritik an „Hot Tub“-Streams dann doch dazu gezwungen, einzuschreiten. So entzog die Plattform der Streamerin Amouranth (27, bürgerlich Kaitlyn Siragusa), die mit 2,7 Millionen Followern die größte „Hot Tub“-Streamerin ist, ohne vorherige Ankündigung Mitte Mai die Werbeeinnahmen für ihren Channel. Auf Twitter schieb diese dazu: „Gestern wurde ich darüber informiert, dass Twitch Werbung auf meinem Kanal auf unbestimmte Zeit abgeschaltet hat.“

Doch es dauerte nicht lange, bis der Werbe-Entzug auf dem Kanal von Amouranth schon wieder der Geschichte angehörte. Außerdem schrieb die Streaming-Plattform in einem Blog-Post, dass das Abschalten auf Initiative der Werbetreibenden geschehen sei, die vermehrt „Hot Tub“-Kanäle gemeldet hatten.

Um das künftig zu verhindern, plane man, eine eigene Kategorie für solche Inhalte zu eröffnen. Zusätzlich wolle man die Richtlinien in Bezug auf sexuelle Inhalte überarbeiten.

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