Gefährliche Android-Malware durch Handypornos und Sex-Apps

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Android-Smartphone-Porno-Malware

Die Nutzung von Sex-Apps und der Konsum von Pornos auf mobilen Endgeräten wird immer beliebter. Doch dieser Trend ist nicht ungefährlich – zahlreiche unseriöse Angebote enthalten Schadsoftware, die für böse Überraschungen auf den Mobilgeräten der Nutzer sorgen.

Erfahre im Folgenden, warum du Pornos besser nicht auf dem Handy schaust und wie du dich vor Malware durch Sexfilme und Sexapps am effektivsten schützt.

Mobile Pornokonsumenten sind häufig Opfer von Malware-Attacken

Die verstärkte Nutzung von mobilen Endgeräten hat Auswirkungen auf den Konsum von Pornos. Laut dem Porno-Portal Pornhub konsumierten im Jahr 2017 rund 3/4 seiner Nutzer die dort angebotenen Sexclips über ihr Smartphone oder Tablet.

Kein Wunder – das Handy ist immer dabei und bietet die Möglichkeit, im Hotelzimmer, zuhause im Bett oder auch unterwegs einen Porno zu schauen. Zudem ist die Verbreitung und das Angebot von Sexinhalten im Internet enorm breit und häufig kostenlos.

Doch den Trend des mobilen Pornokonsums machen sich auch Cyber-Kriminelle zu Nutze.

Das Sicherheitssoftware-Unternehmen Kaspersky berichtet, dass 1/4 aller Malware-Attacken auf Smartphones durch Pornoseiten verbreitet werden. Dabei seien Android-Geräte besonders häufig betroffen, iOS-Produkte bleiben dagegen häufig unbeschadet. Allein 2017 seien rund 1,2 Millionen Android-Devices mit Porno-Schadsoftware infiziert worden.

Zwar lauern überall im Netz potentielle Gefahren, aber im Sex-Bereich sind die Kriminellen offenbar besonders aktiv. Womöglich hoffen sie darauf, dass triebgesteuerte, von Sex-Inhalten erregte Nutzer die Sicherheitsaspekte beim mobilen Surfen ausblenden und damit leichtfertiger in Malware-Fallen tappen.

Gezielte Attacken mit ausgefeilten Methoden

Kaspersky-entdeckt-Porno-Malware

Cyber Kriminelle geben sich durchaus Mühe beim Verbreiten ihrer Schadsoftware. Das Erstellen von Fake-Websites und speziellen Porno-Videoplayern, die Malware übertragen, gehören zu den Standardmethoden.

Ihren schädlichen „Content“ bewerben sie meist über einschlägige Sex-Plattformen und locken die dortigen Nutzer über Werbung und Links zu ihren Angeboten.

Es kommt auch vor, dass Apps und Seiten von bekannten Pornoanbietern durch Malware-Funktionen infiltriert werden. So geschehen bei Pornhub. Vergangenes Jahr waren auf der Plattform Anzeigen zu sehen, die ein wichtiges Browser-Update versprachen, in Wahrheit jedoch beim Anklicken eine Malware-Attacke auf die Hardware der Nutzer auslösten.

Kriminelle greifen auch gezielt Nischen- bzw. Fetischthemen auf. Hier ist das Angebot auf bekannten Portalen nicht besonders groß. Nutzer neigen daher eher dazu, sich spezielle Apps runterzuladen oder Seiten aufzurufen, die mit Content für diese Bereiche werben. Bei diesem Content handelt es sich dann aber um Schadsoftware.

Verschiedene Gattungen von Schadprogrammen

Kaspersky hat insgesamt 23 verschiedene Malware-Typen im Zusammenhang mit Pornoseiten identifiziert. Deren Auswirkungen können unterschiedlich verheerend sein, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Besonders häufig verbreitet sind Klicker-Apps. Diese rufen unbemerkt Werbebanner auf, für die der Werbende Geld kassiert. Der unfreiwillige App-Nutzer verbraucht dabei fortlaufend Akkuenergie und Datenvolumen.

Banking-Trojaner ergaunern Zugangsdaten für Bankkonten, indem sie den Nutzer mit vertrauensvoll wirkenden Phising-Seiten täuschen.

Ransomware ist Malware, die sich als App eines bekannten Porno-Anbieters ausgibt und nach der Installation das Smartphone sperrt. Entsperren lässt es sich dann erst gegen Bezahlung eines bestimmten Geldbetrags.

Rooting-Apps verschaffen den Kriminellen sämtliche Zugriffe und Nutzungsrechte auf dem Smartphone des Betroffenen. Auf diese Weise können zum Beispiel sensible Daten gestohlen und missbraucht werden.

SMS-Trojaner versenden heimlich teure Premium-SMS oder rufen bei kostpflichtigen Erotikhotlines an.

Meistens ist es mit hohem und kostspieligem Aufwand verbunden, die Schadprogramme wieder vom Smartphone zu entfernen. Daher sollte man es erst gar nicht so weit kommen lassen.

So schützt du dich vor mobiler Porno-Malware

Pornhub-Android-App

Der einfachste Tipp, um mobile Endgeräte vor Viren zu schützen, ist natürlich auf den Konsum von Sexinhalten zu verzichten. Im Google Play Store sind Porno-Apps sogar gänzlich verboten.

Wenn du trotzdem nicht ohne Handypornos leben kannst, solltest du die folgenden Ratschläge berücksichtigen.

  1. Nutze nur bekannte Porno-Plattformen und deren offizielle Apps, wie zum Beispiel den PornHub Videoplayer für Android. Meide unseriöse, externe Seiten und das Darknet.
  2. Gewähre einer Sex-App niemals Zugriffe auf sensible Daten.
  3. Nutze einen mobilen Virenschutz wie zum Beispiel Kaspersky Mobile Antivirus (kostenlos).

Das Unternehmen Lazeeva wirbt zudem damit, dass in seinem Erotik-App-Store sämtliche Downloads vor betrügerischen Attacken geschützt seien. Garantieren will Lazeeva die Sicherheit u. a. durch tägliche Malware-Scans und die Zusammenarbeit mit ausschließlich seriösen, vertrauensvollen App-Anbietern.

In jedem Fall gilt: Da auch Kriminelle immer neue Wege finden werden, um ihre Schadsoftware zu verbreiten, sei jedem mobilen Porno-Nutzer stets ein kritisches, wachsames Auge geraten.