„Classic Nudes“: Pornhub launcht virtuellen Erotikkunst-Guide

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Dass Pornografie und Kunst eng miteinander zusammenhängen, beweist die Pornoseite Pornhub jetzt mit dem Launch der virtuellen Tour „Classic Nudes” durch bekannte Kunstmuseen mit erotischen Bildern und Skulpturen. Einige Museen reagieren verärgert.

Klassiker der Erotikkunst: Pornhub veröffentlicht schlüpfrige Museumstour „Classic Nudes”

Was genau hat Pornografie eigentlich mit Kunst zu tun? Dieser Frage widmet sich nun Pornhub unter dem Titel „Classic Nudes” mit einer ganz besonderen virtuellen Tour durch einige der weltweit bekanntesten Museen.

Und natürlich handelt es sich hierbei nicht um irgendeine x-beliebige Museumsführung. Schließlich ist Pornhub immer noch eine Pornoseite. Es geht also um eine erotische Museumsführung. Die Klassiker der Erotikkunst präsentiert von Pornhub sozusagen.

„Classic Nudes” beinhaltet viele bekannte Gemälde und Skulpturen der Erotikkunstgeschichte aus mehreren großen Museen in Europa und den USA – darunter die Uffizien in Florenz, The National Gallery in London und The MET in New York City.

Die Besucher bekommen Darstellungen von nackten Körpern in all ihren erotischen Facetten zu sehen. Kein Wunder, werden dort doch viele Kunstwerke alter Meister präsentiert. Etwa Botticellis „Die Geburt der Venus”, wie sich bereits dem Promo-Clip entnehmen lässt. Oder auch Kunstwerke wie „Adam und Eva” von Jan Gossaert (1520), „Venus und Adonis” von Titian (1554) oder „ The Oreads” von William Bouguereau (1902).

Laut eigener Aussage will Pornhub mit der virtuellen Museumstour seinen Teil dazu beitragen, den Menschen nach einer langen Zeit der pandemiebedingten Einschränkungen, die inzwischen nach und nach immer weiter abnehmen, das Gefühl für Lust und Liebe ins Leben zurückzubringen.

„Classic Nudes” ist seit dem 13. Juli 2021 auf Pornhub sowohl mit dem Desktop-PC als auch auf Mobilgeräten abrufbar.

Bekannter Pornostar in Promo-Clip

Beworben wird „Classic Nudes” von der ehemaligen ungarisch-italienischen Pornodarstellerin Cicciolina. Die Grande Dame des Porno-Business ist die Ex-Frau des umstrittenen US-Objektkünstlers Jeff Koons.

Sie engagiert sich seit ihrem Rückzug aus dem aktiven Erotikgeschäft in der italienischen Politik. In dem Promo Clip tritt Cicciolina als Botticellis Venus in Erscheinung.

Mit MySweetApple bewerben zwei weitere bekannte Gesichter „Classic Nudes” ebenfalls mit vollem Körpereinsatz. Genau genommen erweckt das Porno-Couple sechs der ikonischsten Kunstwerke des Guides in Porno-Clips zum Leben, u. a. „Der Ursprung der Welt” von Gustave Courbet (1866) und „Die nackte Maja” von Francisco de Goya (1800).

Asa Akira: „Fundgrube erotischer Kunst, die nicht auf Pornhub verfügbar ist”

Als Sprecherin von „Classic Nudes” fungiert Asa Akira. Die japanisch-amerikanische Pornodarstellerin und Markenbotschafterin von Pornhub gibt interessante Einblicke in die Historie von mehr als 30 erotischen Kunstwerken.

„Auf der ganzen Welt gibt es eine Fundgrube an erotischer Kunst – mit Nacktheit, Orgien und mehr –, die nicht auf Pornhub verfügbar ist. Diese Kunstwerke aus einer Zeit vor dem Internet befinden sich gegenwärtig in Museen, die wir nun endlich wieder besuchen können, da die Corona-Beschränkungen weniger werden”, kommentiert Akira.

„Weil die Menschen The National Gallery oder The MET nun wieder besuchen können, können sie ganz einfach ‚Classic Nudes’ öffnen – und ich bin ihr Guide. Es wird Zeit, die langweiligen Solo-Tour-Aufnahmen beiseite zu schieben und jeden einzelnen Pinselstrich dieser Erotikkunst-Meistwerke mit mir zusammen zu genießen.”

Erotikfilm-Klassiker dank Pornhub in Farbe & 4K restauriert

Uffizien drohen mit Klagen

Aber „Classic Nudes” sorgt nicht auf allen Seiten für Begeisterung – ganz im Gegenteil. Einige der Museen, die im Rahmen dieser virtuellen Erotikkunst-Tour besuchbar sind, stören sich an der Initiative von Pornhub.

Laut Medienangaben prüfen die Uffizien in Florenz gegenwärtig sogar eine Klage gegen die Pornoseite. Dem italienischen Kunstexperten Vittorio Sgarbi zufolge müsse Pornhub nämlich für die kommerzielle Nutzung der Bilder den Museen die Rechte dafür abgelten.

Ob die Klage am Ende erfolgreich ist und Pornhub die Erotikkunst-Tour letztlich aus dem Internet nehmen muss, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch schon jetzt, dass es sich bei „Classic Nudes” zumindest um eine geschickte PR-Aktion handelt, mit dem es Pornhub mal wieder gelungen ist, ordentlich von sich reden zu machen.

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